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6.12.2011 Bernie Magenbauer - Unterm Strich - Der Jahresrückblick 2011

„Ein bunter Strauß Erinnerung“

An drei Dienstagen im Dezember (6.12, 13.12. und 20.12) lädt der Kabarettist Bernie Magenbauer ins Theater am Alsergrund, um originelle, skurrile witzige und scharfe Blicke auf fast vergessene Ereignisse des zu Ende gehenden Jahres 2011 zu werfen. Eingeladen hat er auch zwei Gäste, den Blonden Engel und Alexander Sedivy. Eine andere, vergnügliche Art, das Jahr 2011 noch einmal Revue passieren zu lassen, findet Kulturfokus-Redaktrice Margot Fink.

Der sympathische Bernie Magenbauer als Moderator des Abends, im eleganten Sakko mit roter Umrandung, leitet „gottschalkesk“ in den Abend ein, legt also die Latte schon in den ersten Minuten sehr hoch. An dieser Stelle sei die Antwort vorweg genommen: nein, Bernie Magenbauer hat genauso wenig Zeit, die Sendung „Wetten, dass …“ zu übernehmen wie der zuletzt gefragte Günther Jauch. Bernie Magenbauer hat Wichtigeres zu tun, nämlich sein 2. Soloprogramm „Im Geheimdienst Ihrer Mayonnaise“ zu spielen, beim Schmähstadl im Spektakel 2.0 mitzuwirken und auch den Jahresrückblick 2011 zu präsentieren. Für das Publikum bietet sich wieder einmal Gelegenheit, an der Magenbauerschen wunderbaren Welt voll Wortwitzkapriolen, Nonsens und Skurrilität teilzuhaben.

Zur Themenauswahl sei nicht viel verraten, soll doch das Publikum, das sich diesen Jahresrückblick am 13. oder 20.12. live anschauen will, überrascht werden. Das treffende Kommentar zum Jahr 2011 stammt von einem der eingeladenen Gäste, dem Blonden Engel, der in einem seiner Lieder lakonisch meint: „Letztes Jahr war super, ich glaube, ich bleibe ein wenig länger dort.“

Vielleicht gibt es ZuschauerInnen, die sich vor der Vorstellung Gedanken über das Jahr 2011 machen oder sich fragen, ob Bernie Magenbauer das eine oder andere Ereignis erwähnt und darauf eingeht. Ja, das tut er sicherlich. Und einige Themen drängen sich förmlich auf, an ihnen kommt man einfach nicht vorbei, hier nur ein paar Stichworte: Osama Bin-Laden, Ehec, Muammar Al-Gaddafi, das Konzert von George Michael in Wien, der Songcontest, die EM-Qualifikation aus österreichischer Sicht u.v.m… Mit dem zweiten Gast des Abends, Alexander Sedivy am Klavier, kommt auch eine illustre Gästeschar mit auf die Bühne und sorgt für Unterhaltung. Es beginnt mit Hermes Phettberg und endet mit Ostbahn Kurti. Herrlich.

Man kann sich vorstellen, dass es bei einem Jahresrückblick auch (innen)politisch wird. Bernie Magenbauer bedient sich aussagekräftiger Fotos, Überschriften und Postings. Sehr kurzweilig, sehr lustig ob Magenbauers bissiger Kommentare dazu. Die Informationen rund um die Dissertationsplagiate, betroffen u. a. Herr von und zu Guttenberg oder Gio Hahn, geraten zu lang und ausführlich und bremsen die Stimmung im Publikum. Bei einem Jahresrückblick ist das Angebot an Ereignissen groß, die man dem Publikum in Erinnerung rufen oder besprechen will, die Versuchung dabei ist groß, auch dem Motto „Mehr und noch mehr“ zu verfallen. Es gibt so viele Highlights an Kommentaren und Sprachspielereien, die Bernie Magenbauer präsentiert, die jedoch in der Masse immer wieder untergehen, überhört werden oder einfach in der Fülle der Information verloren gehen. Kurz gesagt: Weniger ist mehr bei diesem Jahresrückblick, unbedingt, und dann ist alles gut.

Soviel sei zu diesem Jahresrückblick gesagt: Es zahlt sich auf jeden Fall aus, das Jahr 2011 einen Abend lang von Bernie Magenbauer Revue passieren zu lassen. Wie eingangs schon erwähnt, er schnürt einen bunten Strauß an Erinnerungen in seiner typischen humorvollen Art, die manchmal mehr, manchmal weniger an Monty Python erinnert. Skurril, originell und sehr unterhaltsam.

Für den Kulturfokus: Margot Fink

www.magenbauer.at

www.alsergrund.com

 

Markus Freiler am 8.12.11 19:58

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